2019: Thomas Mauch

Thomas Mauch

Preisträger des Jahres 2019

Thomas Mauch 2019

Thomas Mauch ist, zumindest für Herzog, Kluge und mich, ein Kameramann, dem wir einen Teil unserer Identität als Filmemacher verdanken.

Helma Sanders-Brahms (Regisseurin)

Thomas Mauch (geb. 1937 in Heidenheim an der Brenz) arbeitet seit fast 60 Jahren als bildgestaltender Kameramann. Insgesamt ist er für die Bilder bei mehr als 70 abendfüllenden Filmen
sowie zahlreichen Kurzfilmen und Fernsehprojekten verantwortlich und gilt als ein prägender Akteur des Neuen Deutschen Films.

Die Begeisterung für Fotografie und Film wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt. Sein Vater, der nach eigener Aussage selbst Fotograf werden wollte, unterstützte seinen Sohn daher in dessen Berufswunsch. Mauchs Mutter war die Vorsitzende des Filmclubs in Heidenheim. Mauch selbst begann nach dem Abschluss der Waldorfschule eine Ausbildung als Fotograf und absolvierte ab 1957 ein Volontariat bei der Gesellschaft für Bildende Filme in München. Dort lernte er Edgar Reitz kennen, bei dessen ersten Kurz- und Dokumentarfilmen Mauch als Kamera-Assistent mitwirkte. Ab 1963 arbeitete er als freischaffender Kameramann und Dozent am Institut für Filmgestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Hier entstanden die ersten Ideen von Spontaneität, Improvisation und dem Einsatz von Handkameras – Vorsätze und Techniken die sowohl den Neuen Deutschen Film als auch den dokumentarischen Stil von Mauchs Gesamtwerk nachhaltig prägen sollten.

Erkennbar wird diese dokumentarisch anmutende Bildästhetik auch in einem von Mauchs ersten Langspielfilmen, Alexander Kluges ABSCHIED VON GESTERN (1966), bei dem er neben Reitz als zweiter Kameramann fungierte. Der Film feierte international Erfolge und gilt heute als Geburtsstunde des Neuen Deutschen Films. 1968 war Mauch als bildgestaltender Kameramann an Werner Herzogs Debütfilm LEBENSZEICHEN beteiligt. Es sollte der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit sein, aus der Werke wie AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (1972) oder FITZCARRALDO (1982) hervorgingen. Eine fruchtbare berufliche Partnerschaft war außerdem jene mit Werner Schroeter, mit dem Mauch seinen persönlichen Lieblingsfilm NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER (1978) sowie PALERMO ODER WOLFSBURG (1980) realisierte. Von 2003 bis 2004 arbeitete er an HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE, dem dritten Teil der Trilogie von Edgar Reitz.

In besonderem Maße prägend für Mauchs Gesamtwerk sind aber auch das feministische Kino der 1960er und 70er Jahre und dessen Protagonistinnen. In Filmen wie Ula Stöckls NEUN LEBEN HAT DIE KATZE (1968) oder UNTER DEM PLASTER IST DER STRAND (1975) von Helma Sanders-Brahms beobachtet seine Kamera aufmerksam zeitgenössische weibliche Lebenswirklichkeiten in der damaligen Bundesrepublik. Neben seiner langjährigen Arbeit als Kameramann und Kollaborationen mit bedeutenden internationalen Regisseuren (beispielweise Jan Němec), wird Mauch ab 1964 (TUNNEL 57) auch selbst als Regisseur tätig. Zudem gründete er seine eigene Produktionsfirma, die u.a. für die Produktion von PALERMO ODER WOLFSBURG verantwortlich zeichnete, der 1980 bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin mit dem Goldener Bären ausgezeichnet wurde.

Thomas Mauch erhielt für seine herausragende Kameraarbeit insgesamt dreimal das Filmband in Gold bzw. den Bundesfilmpreis. Ausgezeichnet wurde damit seine jeweilige Bildgestaltung für AGUIRRE, DER ZORN GOTTES (1973), NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER (1979) und zuletzt im Jahr 1989 für WALLERS LETZTER GANG von Christian Wagner. Daneben gewann Mauchs Regiearbeit STRAFPROTOKOLL ALLER UND JEDER UNTERTANEN 1976 beim Filmfestival Mannheim den Goldenen Dukat. Seine Kameraarbeit für Eva Hillers UNSICHTBARE TAGE wurde 1991 mit dem Hessischen Filmpreis für Kamera prämiert.

2014 LOS ENEMIGOS DEL DOLOR

Regie: Arauco Hernández Holz

2014 FROLLEIN FRAPPÉ (Kurzfilm)

Regie: Vanessa Aab

2013 SAROYAN ÜLKESI (SAROYAN LAND) (Dokumentarfilm)

Regie: Lusin Dink

2012 EL BELLA VISTA (Dokumentarfilm)

Regie: Alicia Cano Menoni

2010/2011 HOPFENSOMMER (TV)

Regie: Christian Wagner

2009 HUNGER

Regie: Marcus Vetter, Karin Steinberger

2008 WIR WAREN SO FREI – EIN FILM ÜBER EINEN FILM

Regie: Thomas Knauf

2007/2008 MOZART IN CHINA

Regie: Bernd Neuburger, Nadja Seelich

2006/2007 DIE FLUCHT DER FRAUEN (TV-Dokumentarfilm)

Regie: Klaudia Reynicke

2006 HEIMAT FRAGMENTE: DIE FRAUEN

Regie: Edgar Reitz

2006 50 FILMS TO SEE BEFORE YOU DIE

Regie: Olivia Blythman, Richard Mortimer, Suart Ramsay

2005 HITLERKANTATE

Regie: Jutta Brückner

2004-2008 ICH WILL DA SEIN – JENNY GRÖLLMANN (Dokumentarfilm)

Regie: Petra Weisenburger

2004-2006 STILLE SEHNSUCHT – WARCHILD

Regie: Christian Wagner

2003 HERBERT MARCUSE ODER DIE ASCHE DER REVOLUTION (Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Knauf

2002-2004 HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE. 4. TEIL: ALLEN GEHT’S GUT (1995)

Regie: Edgar Reitz

2002-2004 HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE. 3. TEIL: DIE RUSSEN KOMMEN (1992-1993)

Regie: Edgar Reitz

2002-2004 HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE. 2. TEIL: DIE WELTMEISTER (1990)

Regie: Edgar Reitz

2002-2004 HEIMAT 3 – CHRONIK EINER ZEITENWENDE. 1. TEIL: DAS GLÜCKLICHSTE VOLK DER WELT (1989)

Regie: Edgar Reitz

2001 LA MOITIÉ DU CIEL

Regie: Alain Mazars

2000/2001 EIN FALL FÜR ZWEI (Episode: CODE MIRA) (TV-Serie)

Regie: Dieter Laske

2001 KINO DER FISCHE (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Helma Sanders-Brahms

2000 DIE KOMISSARIN (Episoden: DER TOTE AUS DER WAGENBURG / LIEBE UND TOD) (TV-Serie)

Regie: Charly Weller

2000 EIN FALL FÜR ZWEI (Episode: SCHNEETREIBEN) (TV-Serie)

Regie: Stefan Mohrbutter

2000 EIN FALL FÜR ZWEI (Episode: SPIEL, SATZ UND MORD) (TV-Serie)

Regie: Kilian Riedhof

1999-2000 SAINT CYR (DIE SCHULE DER VERLORENEN MÄDCHEN)

Regie: Patricia Mazuy

1999 SCHWARZ GREIFT EIN (EPISODEN: DIE GROSSE VERSUCHUNG / HEISSE LIEBE) (TV-Serie)

Regie: Charly Weller

1999 THE TALE OF SWEETY BARRETT

Regie: Stephen Bradley

1998/1999 MEIN LIEBSTER FEIND (Dokumentarfilm)

Regie: Werner Herzog

1997 WALLI, DIE EISFRAU (TV)

Regie: Wilhelm Engelhardt

1995/1996 REISEN INS LEBEN

Regie: Thomas Mitscherlich

1996 DIE KOMISSARIN (EPISODE: TODESMELODIE) (TV-Serie)

Regie: Wilhelm Engelhardt

1995 ORSON WELLES. THE ONE-MAN BAND (Dokumentarfilm)

Regie: Vassili Silovic, Oja Kodar

1994/1995 UNDERCOVER

Regie: Philip Davis

1994/1995 ZWEIUNDDREISSIG RICHTUNGEN DER WINDROSE (Dokumentarfilm)

Regie: Guido Wenzl

1993-1995 TRANSATLANTIS

Regie: Christian Wagner

1993 VOM MÖRDER UND SEINER FRAU (TV)

Regie: Wolfgang B. Heine

1993 AUF WIEDERSEHEN AMERIKA

Regie: Jan Schütte

1992/1993 DES LEBENS SCHÖNSTE SEITEN (TV)

Regie: Wolfgang B. Heine

1992/1993 DIE DENUNZIANTIN

Regie: Thomas Mitscherlich

1991/1992 EIN LIED FÜR BEKO

Regie: Nizamettin Ariç

1991 MOCCA FÜR DEN TIGER (TV)

Regie: Thomas Nennstiel

1990/1991 WUNDERJAHRE (TV)

Regie: Arend Agthe

UNSICHTBARE TAGE ODER DIE LEGENDE VON DEN WEISSEN KROKODILEN (Dokumentarfilm)

Regie: Eva Hiller

1990 MURDER EAST – MURDER WEST (MORD OST – MORD WEST)

Regie: Peter Smith

1989/1990 BUTTERBROT

Regie: Gabriel Barylli

1989/1990 DAS SCHNELLSTE PFERD DER WELT. SIGLAVY SLAVA I. (TV-Dokumentartfilm)

Regie: Didi Benoit

1989 IM GRUNDE MEINES HERZENS BIN ICH ELEKTRIKER (TV)

Regie: Thomas Nennstiel

1989 ZUG (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch, Christian Wagner

1988/1989 MARIA VON DEN STERNEN

Regie: Thomas Mauch

1988/1989 WALLERS LETZTER GANG

Regie: Christian Wagner

1987/1988 FUSSEL (Kurz-Experimentalfilm)

Regie: Thomas Struck

1987/1988 ADRIAN UND DIE RÖMER

Regie: Thomas Mauch, Klaus Bueb

1987-1989 ES IST NICHT LEICHT EIN GOTT ZU SEIN (UN DIEU REBELLE)

Regie: Peter Fleischmann

1987 FARBE BEKENNEN (Werbefilm)

Regie: Helke Sander

1987 COBRA VERDE

Regie: Werner Herzog

1986/1987 AQUAPLANING (TV)

Regie: Eva Hiller

1986/1987 EIN TREFFEN MIT RIMBAUD

Regie: Ernst-August Zurborn

1986/1987 WAR ZONE (TODESZONE)

Regie: Nathaniel Gutman

1986/1987 DAS WEITE LAND

Regie: Luc Bondy

1986 DAS ALTE LADAKH

Regie: Clemens Kuby

1986 VERMISCHTE NACHRICHTEN

Regie: Alexander Kluge

1985 NICHT NICHTS OHNE DICH

Regie: Pia Frankenberg

1985 DER GALAXENBAUER (TV)

Regie: Kurt K. Hieber

1985 DER T-MANN (TV)

Regie: Klaus Bueb

1985 DIE ACHSE (TV-Kurzfilm)

Regie: Thomas Mauch

1985 DER ANGRIFF DER GEGENWART AUF DIE ÜBRIGE ZEIT (Dokumentarfilm)

Regie: Alexander Kluge

1984/1985 ANDRÉ HELLER SIEHT SEIN FEUERWERK (Dokumentarfilm)

Regie: Hans-Jürgen Syberberg

1984-1986 STURZ DURCH TRÄUME. ANDRÉ HELLERS FEUERBILDER

Regie: Günther Hörmann, Thomas Mitscherlich, Detlef Saurin

1984 EIN FRIEDLICHES PAAR (Kurzfilm)

Regie: Ursula West

1984 DIE HERMANNSSCHLACHT (Bühnenstück)

Regie: Claus Peymann

1983/1984 AUF DER SUCHE NACH EINER PRAKTISCH REALISTISCHEN HALTUNG (Dokumentarfilm)

Regie: Alexander Kluge

1983/1984 DER ANSCHLAG (Kurzfilm)

Regie: Pia Frankenberg

1983 NOCH EIN JAHR UND SECHS TAGE (TV)

Regie: Alexander von Eschwege

1983 DER 14. GESANG (TV-Kurzfilm)

Regie: Martin Ebbing

1983 DINGO (TV)

Regie: Ilse Hoffmann

1983 HEINRICH PENTHESILEA VON KLEIST

Regie: Hans Neuenfels

1983 DIE MACHT DER GEFÜHLE

Regie: Alexander Kluge

1982/1983 KRIEG UND FRIEDEN

Regie: Alexander Kluge, Stefan Aust, Axel Engstfeld, Volker Schlöndorff

1982-1984 VATER UND SOHN (TV)

Regie: Thomas Mitscherlich

1982 KIEZ – AUFSTIEG UND FALL EINES LUDEN

Regie: Walter Bockmayer, Rolf Bührmann

1982 STERN DES MÉLIÈS (Experimentalfilm)

Regie: Dore O.

1982 FITZCARRALDO

Regie: Werner Herzog

1981 EIN FALL FÜR ZWEI (TV-Serie)

Regie: Balthasar von Weymarn

1981 DIE BERÜHRTE (NO MERCY, NO FUTURE)

Regie: Helma Sanders-Brahms

1981 DIE LEIDENSCHAFTLICHEN (TV)

Regie: Thomas Koerfer

1980/1981 DESPERADO CITY

Regie: Vadim Glowna

1980/1981 ZORN ODER MÄNNERSACHE (6. TODSÜNDE)

Regie: Alexander J. Seiler

1980 STOLZ ODER DIE RÜCKKEHR (3. TODSÜNDE)

Regie: Friedrich Kappeler

1980 DER KANDIDAT (Dokumentarfilm)

Regie: Stefan Aust, Alexander von Eschwege, Alexander Kluge, Volker Schlöndorff

1980 HUIE’S PREDIGT (Dokumentarfilm)

Regie: Werner Herzog

1980 GLAUBE UND WÄHRUNG – DR. GENE SCOTT, FERNSEHPREDIGER (Dokumentarfilm)

Regie: Werner Herzog

1979/1980 PALERMO ODER WOLFSBURG

Regie: Werner Schroeter

1979 DIE PATRIOTIN

Regie: Alexander Kluge

1978 NEAPOLITANISCHE GESCHWISTER (TV)

Regie: Werner Schroeter

1978 TOD EINES VATERS (TV)

Regie: Thomas Mauch

1977 ZU BÖSER SCHLACHT SCHLEICH ICH HEUT NACHT SO BANG

Regie: Alexander Kluge

1976/1977 HEINRICH

Regie: Helma Sanders-Brahms

1976-1978 KUNST IST FESSELN (TV-Dokumentarfilm)

Regie: Isolde Jovine, Hans Brockmann

1976-1978 WAS ICH BIN, SIND MEINE FILME (Dokumentarfilm)

Regie: Christian Weisenborn, Erwin Keusch

1976 STROSZEK

Regie: Werner Herzog

1976 ERIKAS LEIDENSCHAFTEN (TV)

Regie: Ula Stöckl

1976 STRAFPROTOKOLL ALLER UND JEDER UNTERTANEN (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch

1976 DAS ULMER HORN (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch

1976 HOW MUCH WOOD WOULD A WOODCHUCK CHUCK (Dokumentarfilm)

Regie: Werner Herzog

1975/1976 DER STARKE FERDINAND

Regie: Alexander Kluge

1975/1976 SHIRINS HOCHZEIT

Regie: Helma Sanders-Brahms

1975/1976 UNIE FILLE UNIQUE (AUSGETRETENE WEGE)

Regie: Philippe Nahoun

1975 DIE VERWANDLUNG (METAMORPHOSIS) (TV)

Regie: Jan Němec

1975 POPP UND MINGEL (TV)

Regie: Ula Stöckl

1974/1975 GLÜCK HAT FLÜGEL (TV)

Regie: Thomas Mauch

1974/1975 UNTER DEM PFLASTER IST DER STRAND

Regie: Helma Sanders-Brahms

1973/1974 FEINDE FÜRS LEBEN (TV)

Regie: Thomas Mauch

1973 GELEGENHEITSARBEIT EINER SKLAVIN

Regie: Alexander Kluge

1973 DIE SACHE MIT DEM GÄRTNER (TV)

Regie: Thomas Mauch

1973 BESITZBÜRGERIN, JAHRGANG 1908 (Dokumentarfilm)

Regie: Alexander Kluge

1972 AGUIRRE, DER ZORN GOTTES

Regie: Werner Herzog

1971/1972 DER WELT ZEIGEN, DASS MAN NOCH DA IST (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch

1971 VORFRÜHLING (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Martin Ripkens, Hans Stempel

1971 WIR VERBAUEN 3 X 27 MILLIARDEN DOLLAR IN EINEN ANGRIFFSCHLACHTER (Kurzfilm)

Regie: Alexander Kluge

1971 WILLI TOBLER UND DER UNTERGANG DER 6. FLOTTE

Regie: Alexander Kluge

1970 HANDICAPS (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Martin Ripkens, Hans Stempel

1970 EINE ANTIAUTORITÄRE FRAU? (TV)

Regie: Thomas Mauch

1970 AUCH ZWERGE HABEN KLEIN ANGEFANGEN

Regie: Werner Herzog

1969/1970 DER GROSSE VERHAU

Regie: Alexander Kluge

1969 DIE FLIEGENDEN ÄRZTE VON OSTAFRIKA (Dokumentarfilm)

Regie: Werner Herzog

1968 FILMSTUNDE (Dokumentarfilm)

Regie: Edgar Reitz

1968 LAOS (TV)

Regie: Werner R. Gallé, Thomas Mauch

1968 NEUN LEBEN HAT DIE KATZE

Regie: Ula Stöckl

1968 FEUERLÖSCHER E. A. WINTERSTEIN

Regie: Alexander Kluge

1967-1969 DIE UNBEZÄHMBARE LENI PEICKERT

Regie: Alexander Kluge

1967/1968 LETZTE WORTE (Kurzfilm)

Regie: Werner Herzog

DIE ARTISTEN IN DER ZIRKUSKUPPEL: RATLOS

Regie: Alexander Kluge

1967 FRAU BLACKBURN, GEB. 5. JAN. 1987, WIRD GEFILMT (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Alexander Kluge

1967 PANEK (Kurzfilm)

Regie: Theodor Kotulla

1966/1967 SCHLAGERFILME (Kurzfilme)

Regie: Edgar Reitz

1966/1967 FUSSNOTEN

Regie: Edgar Reitz

1966/1967 MAHLZEITEN

Regie: Edgar Reitz

1966/1967 ZUM BEISPIEL BRESSON (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Theodor Kotulla, Martin Ripkens, Hans Stempel

1966/1967 WIR WAREN VORBEREITET, FÜR DONNERSTAG, MORGENS UM SECHS IN DEN STREIK ZU TRETEN (Dokumentarfilm)

Regie: Günther Hörmann

1966 DIE KINDER (Kurzfilm)

Regie: Edgar Reitz

1965/1966 ABSCHIED VON GESTERN

Regie: Alexander Kluge

1965/1966 DIE WAHL. DER WAHLKAMPF IN NEU-ULM, 1965 (Dokumentarfilm)

Regie: Wilfried E. Reinke

1965 HABEN SIE ABITUR? (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Ula Stöckl

1964/1965 FORMOSA (TV)

Regie: Thomas Mauch, Werner E. Gallé

1964/1965 DER WALD VON OVERLOON (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch, Werner E. Gallé

1964/1965 VARIAVISION. UNENDLICHE FAHRT – ABER BEGRENZT (Experimentalwerbefilm)

Regie: Edgar Reitz

1964 GENERAL YEH (Kurz-Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch

1964 TUNNEL 57 (Dokumentarfilm)

Regie: Thomas Mauch

1963/1964 DER CHEF WÜNSCHT KEINE ZEUGEN

Regie: Hans Albin, Peter Berneis

1962/1963 GESCHWINDIGKEIT. KINO EINS (Kurzfilm)

Regie: Edgar Reitz

1962 ASTA-ARZNEIMITTEL (Werbefilm)

Regie: Georg Zauner

1960 METROPOLEN I – IV (Industriefilme)

Regie: Edgar Reitz

1960 ÄRZTEKONGRESS (Industriefilm)

Regie: Edgar Reitz

1959/1960 YUCATAN (Dokumentarfilm)

Regie: Edgar Reitz

1959/1960 BAUMWOLLE (Industriefilm)

Regie: Edgar Reitz

1959 KREBSFORSCHUNG I UND II (Industriefilme)

Regie: Edgar Reitz

Wie viele herausragende Kameraleute hat auch Mauch beim Dokumentarfilm begonnen: Seine ersten Arbeiten entstanden im Rahmen seiner Dozentur an der Hochschule für Gestaltung in Ulm, wo auch der Kontakt zu Reitz, Kluge und Herzog zustande kam. Der dokumentarische Ansatz beziehungsweise die Verschränkung und wechselseitige Befruchtung dokumentarischer und fiktionalisierender (Bild-)Elemente zieht sich durch Mauchs Gesamtwerk und ist auch in vielen der von ihm fotografierten Spielfilme deutlich auszumachen. Einen spezifisch individuellen Stil will er darin aber nicht erkannt wissen; ganz im Gegenteil hat er mehrfach betont, keine persönlichen stilistischen Merkmale ausprägen zu wollen.

Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Thomas Mauch zu den prägendsten Bildgestaltern des Neuen Deutschen Films – ja, eigentlich des deutschen Films der letzten 50 Jahre insgesamt –
gehört. Seit seinen ersten Filmarbeiten Ende der 1950er Jahre bei Dokumentar- und Industriefilmen mit Edgar Reitz als Regisseur hat der 1937 in Heidenheim an der Brenz geborene Mauch eine singuläre und herausragende Karriere als Kameramann vorzuweisen. Zentral in seiner Filmografie stehen die langjährigen Zusammenarbeiten mit Alexander Kluge (achtzehn kurze, mittellange und lange Filme) und Werner Herzog (zehn Filme). Weitere wichtige Meilensteine sind zwei Filme für Werner Schroeter und eine Reihe von Arbeiten mit Regisseurinnen wie Helma Sanders-Brahms, Ula Stöckl, Jutta Brückner und Pia Frankenberg.

Noch in einer anderen Hinsicht hat Thomas Mauch einen gewaltigen Anteil an der visuellen Erscheinung des deutschen Films: Zu seinen Assistenten und Assistentinnen gehören über die Jahrzehnte seiner Tätigkeit mit Jörg Schmidt-Reitwein, Dietrich Lohmann, Martin Schäfer, Frank Brühne, Werner Lüring, Rainer Klausmann und Judith Kaufmann eine erstaunliche Liste von einflussreichen Bildgestalterinnen und Bildgestaltern. Wohl kein anderer deutscher Kameramann hat über die Ausbildung einen so großen Einfluss auf das Aussehen des deutschen Films von den 1960er Jahren bis heute genommen. Sogar an der internationalen Karriere des 2015 mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichneten Edward Lachman war Mauch nicht unbeteiligt: Lachman assistierte Mauch bei Herzogs STROSZEK (1977) wie auch bei dessen Kurzfilmen HOW MUCH WOOD WOULD A WOODCHUCK CHUCK (1976) und HUIE’S PREDIGT (1980) und führte dabei jeweils die zweite Kamera. Und als Produzent von Werner Schroeters visuell eigensinnigem Triptych PALERMO ODER WOLFSBURG (1980) bewies Mauch großen Mut und trug auch in dieser Funktion zum Neuen Deutschen Film bei.

Selbst wenn Mauch sich nicht auf einen erkennbaren Bildstil festlegen lässt, so gibt es doch einige wiederkehrende Interessen und Merkmale in der visuellen Gestaltung: Eine Reihe von Filmen
zeigt ein klar konturiertes, fast schon hartes Schwarz-Weiß, so unter anderem ABSCHIED VON GESTERN (Kamera gemeinsam mit Edgar Reitz), LEBENSZEICHEN, AUCH ZWERGE HABEN KLEIN ANGEFANGEN und UNTER DEM PFLASTER IST DER STRAND. Damit war Mauch entscheidend verantwortlich für ein Markenzeichen des Jungen Deutschen Films – ein scharf pointiertes, gleichzeitig aber auch lebendig-pulsierendes Schwarz-Weiß, das die Grauwerte konsequent ausschöpfte. AUCH ZWERGE HABEN KLEIN ANGEFANGEN und UNTER DEM PFLASTER IST DER STRAND zeichnen sich darüber hinaus durch die große Mobilität der Aufnahmeapparatur und die fast schon autonome Spontaneität der Kamerabewegung aus. Gerade Mauchs Können darin, die Bewegung vor der Kamera mit der Eigenbewegung des Aufnahmegeräts in ein produktives Spannungsverhältnis zu setzen, ist immer wieder anerkennend hervorgehoben worden.

Was das Licht angeht, so bevorzugt Mauch „eine klare, integrierte Kamerakonzeption und ein sauberes, unaufdringliches Licht, das sich so weit als möglich nach Dekors, Raumatmosphären und Schauspielern zu richten versucht, anstatt ihnen um jeden Preis eine eigene, spezifische ‚Beleuchtung‘ verleihen zu wollen.“ (Peter Körte, CineGraph). Dennoch finden sich auch bei der Lichtsetzung, die sich insgesamt weniger prononciert als die Kamerabewegung in den Vordergrund schiebt, bestimmte ästhetische Vorlieben, so ein besonderes Interesse am Gegenlicht, das Personen und Objekte konturiert und mitunter fast schon plastische Körper schafft.

Gelegentlich ist Thomas Mauch auch als „Landschaftsmaler“ unter den deutschen Kameraleuten bezeichnet worden – die Kadrage, die Wahl des Standortes und die Distanz zu den Objekten machen immer wieder etwas sichtbar, das einem flüchtigen Blick verborgen bleibt. Dabei kann man etwa an die surrealen und lebensfeindlichen Orte bei Werner Herzog (das Amazonasgebiet in AGUIRRE und FITZCARRALDO, die sturmumtosten Kanaren in AUCH ZWERGE HABEN KLEIN ANGEFANGEN, das winterliche Wisconsin in STROSZEK) denken, aber auch das von der Moderne abgehängte Allgäu in WALLERS LETZTER GANG oder die bundesrepublikanischen Stadtlandschaften im Umbruch, die die feministischen und semi-dokumentarischen Arbeiten der 1970er Jahre prägen (z.B. in UNTER DEM PFLASTER IST DER STRAND). Bis zu einem gewissen Grad im Kontrast dazu steht die modernistische Reflexivität, die die montageintensiven Essays von Alexander Kluge auszeichnen, bei denen die Spuren der Kameraarbeit nicht immer ganz einfach zu isolieren sind. Gerade für Kluge, der Mauchzum 80. Geburtstag kürzlich einen schönen Filmessay widmete, ist Mauch über die Jahre zu einem kongenialen Partner geworden.

Thomas Mauch hat sich in seiner reichhaltigen bildkünstlerischen Tätigkeit niemals dem Massengeschmack angebiedert und ist auch keinen aktuellen Moden blind gefolgt. Dabei hat er über einen Zeitraum von mehr als fünfzig Jahren hinweg einen herausragenden Korpus an Filmen visuell gestaltet und sich so nachhaltig um die deutsche Filmkultur verdient gemacht. Neben den zahlreichen stilbildenden Meilensteinen und den ästhetisch eigenständigen Solitären (z.B. DESPERADO CITY, 1981) finden sich in seinem reichen Werk auch zahlreiche Filme, die sich weder für den Mainstream noch für den Massenerfolg interessiert haben, sondern stets einen eigenen Weg gesucht haben. Diese gilt es in ihrer diversen Vielfältigkeit wiederzuentdecken.